Wie der Darm, so die Gesundheit

Über eines unserer wichtigsten Organe

Verdauung – darauf wird der Darm oft reduziert. Er soll zuverlässig funktionieren und keine Probleme bereiten. Doch genau das ist bei vielen Menschen nicht der Fall. Jeder 10. leidet an einem mitunter sehr schmerzhaften Reizdarmsyndrom, mehr als jeder 8. ist von Nahrungsmittelunverträglichkeiten betroffen und etwa jeder 5. klagt über chronische Verstopfung. Besonders häufig sind Frauen in und nach den Wechseljahren betroffen.

 

Dass der Darm aber nicht nur für die Verdauung zuständig ist, wird oft nicht beachtet. Dabei beeinflusst er unseren Körper, unseren Stoffwechsel und unser Wohlbefinden. Seine Bedeutung zeigt sich auch in den 5 Hauptkriterien, an denen die Darmgesundheit gemessen wird.

  1. Es liegen keine intestinalen Erkrankungen vor.
  2. Das Verdauungssystem sorgt für eine wirksame Aufspaltung und Aufnahme der Nahrung.
  3. Die Darmflora ist normal und stabil.
  4. Die Immunabwehr funktioniert.
  5. Der Mensch befindet sich in einem allgemeinen Zustand des Wohlbefindens. 

Der Sitz des Bauchgefühls

Unumstritten ist in der heutigen Medizin: Der Darm ist Hauptsitz des Immunsystems. Außerdem befindet sich dort das so genannte enterische Nervensystem, besser bekannt als „zweites Gehirn“ oder „Bauchhirn“, das wir als Bauchgefühl bzw. Intuition erleben. Mit einem Nervengeflecht aus rund 100 Millionen Nervenzellen verfügt es über mehr Neurone als das gesamte Rückenmark. Die Übertragung von Reizen, die Verarbeitung komplexester Informationen kann also blitzschnell erfolgen. Dagegen arbeitet das Gehirn im Kopf im sprichwörtlichen Schneckentempo.

 

Das A und O: die Darmflora

Die Darmflora besteht aus mehr als 100 Billionen Mikroorganismen. Sie bilden nicht nur lebenswichtige Vitamine, sondern halten auch Krankheitskeime in Schach, um Infektionen zu vermeiden. Entscheidend für die Darmflora sind verschiedene Bakterienarten, die sich in drei Gruppen einteilen lassen:

  1. Bacteroides
  2. Rumiococcus
  3. und Prevotella

Welche Gruppe wie stark vertreten ist, wird offensichtlich von der Ernährung und bestimmten Lebensstil-Faktoren bestimmt – und ist nicht ganz unerheblich. Denn die verschiedenen Bakterien übernehmen spezifische Aufgaben. So ist für die Bildung von Vitamin B1 und Folsäure eine andere Bakteriengattung zuständig als für die Herstellung von Biotin. Auch welches Maß an Energie aus der Nahrung gewonnen wird oder wie schnell der Blutzuckerspiegel sinkt, wird davon beeinflusst, welche Bakterienart wie stark vertreten ist. Dies wiederum lässt den folgenden Schluss zu: Indem man bestimmte Bakterienarten stärkt, kann man aktiv Einfluss auf körperliche Vorgänge nehmen. Daher hoffen Mediziner darauf, Darmbakterien in naher Zukunft zur Prävention und Therapie von z. B. Übergewicht, Diabetes Typ 2, Arteriosklerose, Rheuma und Depression nutzen zu können.

 

Eindeutige Zusammenhänge

Schon heute weiß man, dass ein Ungleichgewicht der Darmflora zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen, Störungen im Fettstoffwechsel und chronischen Entzündungen beitragen kann. Auch scheint eine Verbindung zu bestehen zwischen Störungen der Darmflora und dem Wachstum bestimmter Krebsarten, dem Risiko für Herz-Kreislauf- Leiden oder dem Auftreten psychischer Störungen.

 

Pflegen Sie Ihren Darm

Als Zentrum unserer Gesundheit hat der Darm viel Achtsamkeit verdient. Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Kost mit vielen frischen, voll- wertigen Lebensmitteln, der aktive Abbau von Stress, ausreichend Schlaf, ein möglichst weitgehender Verzicht auf Alkohol und Nikotin – alles das trägt zur Darmgesundheit bei.

 

Bei den unterschiedlichsten Beschwerden und Erkrankungen kann es sich auszahlen, die Darmflora in die Diagnose und Therapie mit einzubeziehen. Insbesondere bei Reizdarmsyndrom, Infektanfälligkeit, Allergien, Pilzinfektionen und Fettleibigkeit kann die Darmflora ein Schlüsselfaktor sein. Zeigen sich etwa Defizite, lässt sich die Besiedlung mit Mikroorganismen durch die Einnahme ausgesuchter Pro- und Präbiotika über Monate hinweg sanft wieder aufbauen. Allgemein bezeichnet man dies als „Darmsanierung“. Ferner können Pro- und Präbiotika helfen, die Folgen einer Antibiotika-Behandlung abzufangen oder für einen schnellen, milden Verlauf von Atemwegsinfektionen zu sorgen. Zugleich profitieren Sie mit einem gesunden Darm von einem guten Bauchgefühl und allgemeinem Wohlbefinden.

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