Pille? Aber sicher!

Viele junge Mädchen und Frauen entscheiden sich dafür, mit der Anti-Baby-Pille zu verhüten. Verständlich: Richtig angewendet bietet die Pille einen nahezu 100%igen Schutz vor einer Schwangerschaft. Doch es gibt Risikofaktoren, die diesen Schutz beeinträchtigen können.

 

Eine Frage des Timings
Am besten wird die Pille jeden Tag zur etwa gleichen Zeit eingenommen, z. B. abends vor dem Schlafengehen. Die maximale Toleranz beträgt bei vielen Pillen bis zu 12 Stunden, bei der Minipille allerdings nur zwei Stunden. Wer da zu spät an die Einnahme denkt, kann schwanger werden. Dieses Risiko macht leider keine Ausnahme: Schon eine einzelne Pille zu vergessen oder stark verspätet einzunehmen, ist kritisch – insbesondere in der ersten Hälfte der Packung!

Tipp: Bei Fernreisen unbedingt auf die Zeitverschiebung achten!

 

Vorsicht bei Medikamenten
Antibiotika, bestimmte Kopfschmerzmittel mit Paracetamol und Abführmittel können die Wirkung der Pille beeinträchtigen. Auch pflanzliche (Haus-)Mittel sind nicht grundsätzlich unbedenklich, z. B. Johanniskraut und Rhizinusöl.

 

Ein heißes Thema
Liegt die Pille im Sommer im heißen Auto oder bei 35 Grad in der Tasche am Strand, kann die starke Hitze die Qualität des Produktes beeinträchtigen. Besser: Pille kühl, trocken und dunkel lagern.

 

Gewichtige Kilos
US-Forscher fanden heraus, dass Frauen mit einem BMI ab 27,3 (z. B. bei 1,63 Meter Größe und 72,5 Kilogramm Gewicht) häufiger trotz Pille schwanger werden als Normalgewichtige. Dafür gibt es zwei mögliche Erklärungen. Erstens: Der Stoffwechsel ist bei übergewichtigen erhöht, so dass die Wirkungsdauer der Pille verkürzt wird. Zweitens: Frauen mit einem hohen BMI haben mehr Fettgewebe. Da Anti-Baby-Pillen fettlöslich sind, könnten die Hormone in dem Fett „gefangen werden“, statt in die Blutbahn einzutreten. Die Wirkung kann sich somit nicht optimal entfalten.

 

Wenn Magen und Darm rebellieren
Bei Durchfall und Erbrechen bleibt die Pille oft nicht lange genug im Körper. Ihre Wirkstoffe werden nicht vollständig aufgenommen, und der Schutz ist beeinträchtigt. Bei akuten Magen-Darmbeschwerden empfiehlt es sich deshalb, sicherheitshalber zusätzlich ein Kondom zu benutzen - oder auf Sex zu verzichten! Das gilt natürlich nur bis zum Anbruch einer neuen Packung.

 

Eine sichere Entscheidung: Den Frauenarzt fragen!
Eine vergessene Pille oder ein Magen-Darm-Infekt haben nicht zwangsläufig zur Folge, dass Sex zu einer ungewollten Schwangerschaft führt. Deshalb müssen Sie auch nicht in jedem Fall die „Pille danach“ einnehmen. Um alle Risiken auszuschließen, schauen Sie im Zweifelsfall lieber in der frauenärztlichen Praxis vorbei und machen sich schnell schlau. Als Gesundheitsexperten für die Frau können wir die Risiken bei der Verhütung am besten beurteilen und bei Bedarf zusätzliche Verhütungsmethoden empfehlen oder ggf. die „Pille danach“ verschreiben. So sind Sie mit Sicherheit gut beraten.

 

So funktioniert die Pille
Ob „normale“ Pille, Mini- oder Mikropille – das Wirkprinzip ist immer ähnlich. Die Hormone haben mehrfache Wirkungen im Körper:

  1. Der Eisprung wird verhindert. Das heißt, es steht keine Eizelle bereit, die mit dem männlichen Sperma verschmelzen könnte.
  2. Der Schleim im Gebärmutterhals verflüssigt sich nicht, so dass sich die Spermien nicht so gut vorwärts bewegen können.
  3. In der Gebärmutter wird der Aufbau der Schleimhaut verändert, so dass sich ein befruchtetes Ei nicht einnisten könnte.
  4. Auf diesem Wege wird eine Schwangerschaft wirkungsvoll verhütet. Vorausgesetzt natürlich, Sie gehen bei der Einnahme der Pille keine unnötigen Risiken ein.

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