Erst ausschalten, dann abschalten

Wenn Handy und Tablet zum Störfaktor werden

24 Stunden erreichbar, informiert und kommunikativ – im mobilen Zeitalter gehören Smartphones, Tablets und PC zum Alltag dazu. Morgens nach dem Aufwachen werden zuerst die Nachrichten gecheckt, und abends im Bett holt man noch nach, was man an Mails & Co. tagsüber nicht geschafft hat. Einer von fünf Jugendlichen lässt sich sogar nachts vom Handy wecken, um bloß kein Snapchat, keine WhatsApp oder kein Posting zu verpassen. Was da auf der Strecke bleibt, ist die Nachtruhe.

 

Im Schlaf Erholung finden
Für den Körper ist Schlaf so wichtig wie Atmen, Essen und Trinken. Wer zu wenig oder schlecht schläft, ist hundemüde, unkonzentriert und schlecht gelaunt. Das Fehler- und Unfallrisiko steigt, Kraft und Energie lassen im Gegenzug nach. Doch die gesundheitlichen Folgen von zu wenig Schlaf reichen witer: Wer nur eine Nacht nicht geschlafen hat, hat am folgenden Tag den Stoffwechsel eines Menschen mit Diabetes Typ2 und bis zu 25 Prozent mehr Hunger. Kein Wunder also, dass Schlafmangel auf Dauer Übergewicht und Fehlernährung begünstigt. Aber damit nicht genug. Das Immunsystem leidet und Körperfunktionen wie Blutdruck, Stoffwechsel und Körpergewicht geraten aus dem Gleichgewicht, wenn es dem Körper an Ruhe und Erholung fehlt. Als Langzeitfolgen können daraus Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar Krebs entstehen.

 

Blaues Licht verstellt die innere Uhr
Handys, Tablets und Computer sind nicht nur ein Zeitfresser, der wertvolle Stunden Schlaf stiehlt. Ihre Bildschirme strahlen ein Licht mit blauen Wellenlängen aus. Diese Blaufärbung nimmt das menschliche Auge nicht als solche wahr, das Bildschirmlicht wird als weißlich empfunden. Aber das Nervensystem reagiert darauf sehr sensibel. Blaues Licht signalisiert ihm sofort: WACHBLEIBEN!, es wirkt wie ein Koffeinkick. Durch dieses Signal wird der Körper veranlasst, weniger Melatonin zu produzieren, ein für den Schlaf unverzichtbares Hormon. Es wird normalerweise von der Zirbeldrüse im Gehirn ausgeschüttet, sobald das Auge Dunkelheit wahrzunehmen beginnt. Dass Licht einen so starken Einfluss auf unseren Schlaf-Nacht-Rhythmus hat, wirkt zunächst überraschend. Doch auch Jetlag bei Fernreisen ist letztlich auf eine verschobene Abfolge von Tag und Nacht zurückzuführen. Bis die innere Uhr sich darauf eingestellt hat, kann es Tage und Wochen dauern.

 

Abends besser offline
Um gute Voraussetzungen für erholsamen und gesunden Schlaf zu schaffen, sollte man Handy, Tablet & Co. spätestens zwei Stunden vor dem Zubettgehen aus der Hand legen. Auch TV kann übrigens viel blaues Licht enthalten, und ein Fernseher gehört aus diesem Grund am besten nicht ins Schlafzimmer.

Der Verzicht auf Nachrichten, Chats & Co. hilft außerdem, innerlich zur Ruhe zu kommen. Das wiederum fördert später das Einschlafen, weil im Kopf keine unnötigen Gedanken mehr kreisen.

 

Offline zu sein – das liegt natürlich nicht im Interesse der Medienindustrie. Also tüfteln Experten an diversen Lösungen, die blauen Anteile im Licht zu senken. So sind Blaufilterbrillen bereits seit Längerem auf dem Markt, und spezielle Apps sollen die Zusammensetzung des Displaylichts automatisch an die Tageszeit anpassen – mit mehr roten und gelben Wellenlängen nach Sonnenuntergang. Der erholsame Effekt, sich abends nicht mehr aktiv auszutauschen, Selfies zu machen und sich über diese oder jene Nachricht aufzuregen, bleibt damit aber aus. Deshalb unser Tipp: Versuchen Sie doch mal, neue Routinen zu entwickeln, bei denen das Kommunikationsbedürfnis nicht Vorrang hat vor dem Schlafbedürfnis. Das Handy in die Schublade verbannen, am Abend noch eine Runde um den Block drehen oder ein paar Seiten im guten alten Buch schmökern – und dann eine traumhaft erholsame Nacht genießen!

 

Lesen Sie hier beim IPE zu weiteren interessanten Themen...

Interessiert an einer individuellen und persönlichen Betreuung?

Dann melden Sie sich bitte an:

 

Rezeption

Tel.: 02291 - 6046