Hormon-Chaos im Körper

Die Eierstockerkrankung Polyzystisches Ovarialsyndrom

 

Fast jede 10. Frau in Deutschland ist davon betroffen: Zunächst gerät der Zyklus aus dem Gleichgewicht, die Regelblutung wird immer seltener oder bleibt ganz aus. Oft zeigt sich dann Akne, es kommt zu Übergewicht, das Haar fällt immer mehr aus und zugleich wächst ein dunkler Flaum auf der Oberlippe, manchmal auch am Kinn oder in den Randbereichen des Gesichts.

 

Dies sind typische Anzeichen des Polyzystischen Ovarialsyndroms, kurz PCOS. Sein Ausmaß ist sehr unterschiedlich und die Veränderungen reichen von minimal bis stark ausgeprägt. Doch ein PCOS geht nicht nur mit körperlichen Beschwerden einher, sondern kann auch massive Einschränkungen im Bereich der Lebensqualität, der Lebenszufriedenheit und der Sexualität bedeuten. Insbesondere leiden viele Frauen mit PCOS unter unerfülltem Kinderwunsch.

 

Männliche Hormone überfluten den Körper
Bei der Eierstockerkrankung PCOS wird ein Hormon unterdrückt, das die unreifen Eizellen in den Bläschen eigentlich zur Reifung anregen soll. Auch sind die Eierstöcke nicht mehr ausreichend in der Lage, das männliche Hormon Testosteron, das sich auch bei Frauen bildet, in weibliche Hormone (Östrogene) umzuwandeln. In der Folge steigen männliche Hormone zunehmend im Körper an. Erschwerend kommt hinzu: Die Körperzellen reagieren immer weniger auf das Hormon Insulin, weshalb immer mehr dieses Botenstoffes ausgeschüttet wird. Dadurch wird einerseits vermehrt Körperfett gebildet. Andererseits unterstützt Insulin die Produktion männlicher Hormone zusätzlich. Eine fataler Kreislauf also, der ernste Konsequenzen haben kann: Je mehr die Erkrankung fortschreitet, desto schwieriger kann es für die Betroffenen werden, schwanger zu werden. Zudem steigt im Laufe des Lebens das Risiko, z. B. an Diabetes oder einer Schilddrüsenfunktionsstörung zu erkranken oder später einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden. Wenn Frauen mit unbehandeltem PCOS schwanger werden, besteht zudem die Möglichkeit, die Erkrankung schon im Mutterleib an die ungeborene Tochter weiter zu geben.

 

Untersuchung schafft Klarheit
Auch wenn die Ursachen des PCOS bis heute noch nicht geklärt sind: Die Erkrankung lässt sich relativ leicht und sicher diagnostizieren. Dabei machen wir unter anderem einen Bluttest, um Hormone im Körper zu bestimmen. Zudem werden die Eierstöcke per Ultraschall unter die Lupe genommen. Zeigen sich – neben den typischen hormonellen Veränderungen – viele kleine flüssigkeitsgefüllte Zysten, deutet dies auf ein PCOS hin.

Eine Behandlung sollte unbedingt erfolgen, um ein Fortschreiten zu verhindern. Gerade bei unerfülltem Kinderwunsch ist die Therapie unerlässlich. Die Behandlung umfasst zwei grundlegende Bestandteile. Bei Übergewicht gilt es, den Stoffwechsel durch Gewichtsabnahme und Bewegung zu verbessern. Außerdem steigen bei Übergewichtigen schon ab einem Abbau von 10 % des Körpergewichts die Chancen, schwanger zu werden. Häufig ist zudem eine hormonelle Behandlung erforderlich. Hierzu bieten sich geeignete „Antibabypillen“ an, welche die Wirkung der männlichen Hormone im Körper abschwächen. Erste Ergebnisse zeigen sich hier oft schon nach wenigen Wochen.

 

PCOS-Betroffene, die schwanger werden möchten, sollten begleitend weitere Faktoren für einen unerfüllten Kinderwunsch untersuchen lassen. So kann auch eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse Zyklusstörungen begünstigen. Unbedingt angeraten ist auch der Verzicht auf Nikotin.

 

Immer gut beraten
PCOS beginnt typischerweise vor dem 25. Lebensjahr. Wer unter Zyklusstörungen leidet und z. B. Anzeichen wie Akne oder verstärkten Haarwuchs im Gesicht und am Körper bemerkt, sollte nicht zögern, uns anzusprechen. So kann alles abgeklärt und eine maßgeschneiderte Therapie eingeleitet werden. Damit haben Sie die besten Chancen, dass es nicht zu Folgeerkrankungen kommt und Ihr eventueller Kinderwunsch in Erfüllung geht.

Weitere Informationen auf unserer Homepage www.ipe-med.de.

Interessiert an einer individuellen und persönlichen Betreuung?

Dann melden Sie sich bitte an:

 

Rezeption

Tel.: 02291 - 6046