Kleines Organ, große Wirkung: Die Schilddrüse und ihre Hormone

Sie ist etwa so groß wie eine Walnuss und liegt im Hals, kurz unter dem Kehlkopf vor der Luftröhre – die Schilddrüse. Dieses kleine Organ ist vier- bis fünfmal stärker durchblutet als die Nieren, das gesamte Blut eines Menschen fließt in nur 1,5 Stunden einmal durch die Schilddrüse. So verteilen sich die Hormone, die in der Schilddrüse gebildet werden, überall im Körper. Dort wirken sie sich auf Herz-Kreislauf-System, Verdauung, Knochenaufbau und sogar die menschliche Psyche aus.

 

Doch mehr noch: Schilddrüsenhormone beeinflussen den gesamten Organismus und stehen in engem Zusammenhang

 

■  mit dem Wachstum und der Entwicklung des Ungeborenen im Mutterleib, von Kindern und Jugendlichen
■  dem Energie- bzw. Grundumsatz und der Körpertemperatur-Regulierung
der Verstoffwechselung von Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten
■  der Abwehrleistung des Körpers
■  der Fruchtbarkeit von Mann und Frau
■  dem Verlauf einer Schwangerschaft.

 

Das macht die Schilddrüse zu einem echten „Global Player“, der darüber entscheidet, ob unser Körper im Einklang ist oder es „drunter und drüber“ geht.

 

Gesteuert vom Gehirn
Der Auftrag an die Schilddrüse, die Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) herzustellen, kommt vom Gehirn, dem sog. Hypothalamus- Hypophysen-System. Es hat wichtige Steuerungsfunktionen und sorgt für ein ausgeglichenes Hormonniveau.

 

Was die Schilddrüse zur Produktion von T3 und T4 benötigt, ist Eiweiß und vor allem Jod. Dieses Spurenelement kann der menschliche Körper nicht selbst herstellen; er ist darauf angewiesen, es in ausreichender Menge über die Nahrung aufzunehmen. Dabei helfen ihm jodiertes Speisesalz, jodsalz-haltige Lebensmittel (z. B. Brot mit Jodsalz), aber auch Seefisch (z. B. Scholle, Seelachs, Schellfisch) und Meeresfrüchte. Zudem können Milchprodukte zur Versorgung beitragen.

Generell gilt die ausreichende Versorgung mit Jod als wichtige Vorsorgemaßnahme, um die Schilddrüse gesund zu erhalten. Der individuelle Bedarf kann dabei variieren, er hängt z. B. vom Alter und von der Umweltbelastung ab. Als Richtwert gilt eine tägliche Jodzufuhr von 200 Mikrogramm für Erwachsene.

 

Wenn die Schilddrüse außer Kontrolle gerät
Eine normale Schilddrüsenfunktion ist leider nicht selbstverständlich. Millionen Deutsche leiden darunter, dass ihre Schilddrüse zu wenig oder zu viel T3 und T4 produziert.

 

Zu den vielfältigen Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion zählen:

 

■  Lern-, Merk- und Konzentrationsschwierigkeiten
■  Müdigkeit, Antriebsschwäche, Leistungsminderung
■  erhöhte Infektanfälligkeit, Kälteempfindlichkeit
■  Haarausfall, trockene Haut
■  chronische Verstopfung
■  Ödeme
■  depressive Verstimmungen
■  Schlafstörungen, Nervosität, Gereiztheit, Gewichtsabnahme, hoher Blutdruck
■  verminderte Fruchtbarkeit bei Mann und Frau, verminderte Potenz beim Mann
■  bei Schwangeren/Stillenden: erhöhtes Risiko für Fehlgeburten, Komplikationen des Schwangerschaftsverlaufes

 

 

Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) hingegen geht oft einher mit:

 

■  Nervosität und Ruhelosigkeit
■  Konzentrationsschwäche
■  Schlafstörungen
■  beschleunigtem Puls
■  Durchfällen
■  Gewichtsabnahme trotz guten Appetits
■  vermehrtem Schwitzen.

 

Übrigens: Eine Kropfbildung, verursacht durch eine vergrößerte bzw. angeschwollene Schilddrüse oder Knotenbildung, kann sowohl mit einer Schilddrüsenüber- als auch -unterfunktion verbunden sein.

 

Auch die Ursachen sind vielfältig
Schilddrüsenüber- und Schilddrüsenunterfunktionen können erblich bedingt, aber auch auf Krankheiten und andere Ursachen zurückzuführen sein. Eine Schilddrüsenunterfunktion ist z. B. oft das Ergebnis von Entzündungen des Schilddrüsengewebes. Chronisch verläuft häufig die Autoimmunkrankheit „Hashimoto-Thyreoiditis“. Hier greift das Immunsystem des Körpers das eigene Schilddrüsengewebe an.

 

Immer im Blick
Wenn es um Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden geht, haben wir modernen Frauenärzte immer auch das Organ Schilddrüse im Blick. Zögern Sie deshalb nicht, auch Beschwerden wie z. B. Nervosität oder Herzrasen in unserer gynäkologischen Sprechstunde anzusprechen. Wir können dann individuell entscheiden, ob eine Untersuchung der Schilddrüse angeraten ist. Auf jeden Fall ist Verlass darauf, in unseren Händen kompetent und gut betreut zu sein.

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