Human-Papilloma-Viren (HPV)

Neue Impfung senkt Gebärmutterhalskrebs-Risiko!
Etwa 3 von 4 sexuell aktiven Frauen (und Männern) infizieren sich im Laufe ihres Lebens zumindest einmal mit Human-Papilloma-Viren, kurz HPV. Häufig bleibt diese Infektion unbemerkt und heilt ohne bleibende Folgen ab. In 10 bis 40% aller Fälle verbleiben die Viren aber im Körper. Die Gefahr dabei: Etwa 8 bis 10 der insgesamt über 100 verschiedenen Virustypen sind so aggressiv, dass sie Gebärmutterhalskrebs auslösen können, insbesondere bei starken Raucherinnen und Frauen mit geschwächtem Immunsystem. Alles in allem geht man heute davon aus, dass 2% aller HPV-infizierten Frauen an Gebärmutterhalskrebs erkranken.

 

Der Krebs kommt schleichend
Zwischen der HPV-Infektion und der Entwicklung des Gebärmutterhalskrebs können bis zu 20 Jahre liegen. In dieser Zeitbeginnen sich die Zellen langsam zu verändern. Bei einer konsequenten Krebsvorsorge mit Zellabstrich machen sich solche Veränderungen schon frühzeitig bemerkbar – und können behandelt werden, bevor der Krebs entsteht. Leider aber wird die Früherkennung von vielen Frauen in Deutschland nicht so ernst genommen, wie es notwendig wäre...

 

HPV-Test gibt zusätzliche Sicherheit bei der Vorsorge
Im Labor wird der Zellabstrich, der bei der Vorsorgeuntersuchung entnommen wurde, auf mögliche Zellveränderungen untersucht. Ein Check, ob eine Infektion mit HP-Viren vorliegt, ist nicht Bestandteil des gesetzlichen Programms.

Als Zusatzleistung kann dieser Test jedoch vorgenommen werden. Dabei lässt sich nicht nur nachweisen, ob sich HP-Viren im Körper befinden oder nicht, sondern auch klären, ob es sich ggf. um krebsauslösende Virustypen handelt. Diese Information verschafft dem Arzt und der Patientin einen entscheidenden Vorsprung bei der Krebsvorsorge: Durch engmaschige und noch umfassendere Kontrollen kann nun sicher gestellt werden, dass etwaige Zellveränderungen von Anfang an nicht unbemerkt oder unbehandelt bleiben.

 

Die Impfung gegen HPV –ein Wundermittel?
Schon in den 90er Jahren haben Wissenschafter HP-Viren aus Krebsgewebe entnommen und daraus einen Impfstoff entwickelt. Seit 12 Jahren wurde dieser Impfstoff nun weltweit getestet und steht zur Verfügung. Die ersten Ergebnisse sind durchweg positiv: In 90 bis 95% konnte bei geimpften jungen Mädchen und Frauen keine HPV-Infektion festgestellt werden. Ähnlich wie bei Grippemitteln gilt dies allerdings nur für bestimmte Virentypen. Weil Viren sich verändern, besteht die Möglichkeit, dass der Impfstoff auch immer wieder verändert werden muss. Das zur Zeit zur Verfügung stehende Mittel ist besonders gut wirksam bei den Krebs auslösenden Virusformen. Auch zur Therapie ist der Impfstoff, wie sich zeigte, nicht geeignet. So konnten Zellveränderungen nur verlangsamt, Krebserkrankungen aber nicht geheilt werden. Insgesamt jedoch lässt sich ein positives Fazit ziehen: Schätzungsweise 80 % der Gebärmutterhalskrebsfälle könnten verhindert werden – bei flächendeckender und lückenloser Impfung. Doch gerade hier liegt das Problem...

 

Viele Wenn und Aber
Um Gebärmutterhalskrebs mit Hilfe der HPV-Impfung umfassend vorzubeugen, müsste die Impfung zum festen Bestandteil der gesetzlichen Vorsorge werden. Dass jeder Mensch ab etwa dem 9. bis 12. Lebensjahr durchgeimpft wird, ist in Deutschland oder Europa leider Utopie. Weil entsprechende Informationen, Programme und notwendige finanzielle Mittel fehlen, machen schon jetzt nur 1/3 aller Jugendlichen von der Möglichkeit Gebrauch, sich gegen Hepatitis B impfen zu lassen.

Diese Situation lässt sich nicht von heute auf morgen ändern, sondern erfordert ein klares Umdenken in der Gesundheitspolitik, bei Krankenkassen und in der breiten Öffentlichkeit. Vor diesem Hintergrund – und weil die Impfung keinen 100%igen Schutz bieten kann – bleiben letztlich Eigenverantwortung und eine regelmäßige, umfassende Krebsvorsorge in der frauenärztlichen Praxis unverzichtbar im Kampf gegen den Krebs. 

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