Gender Medizin: Maßgeschneidert für Frauen und Männer

Lange Zeit ging man in der Medizin davon aus, dass der Frauenkörper im Großen und Ganzen wie der Männerkörper funktioniert. Erkenntnisse, die man bei männlichen Patienten gewonnen hatte, wandte man daher eins zu eins bei Frauen an. Es wurde nach gleichen Symptomen gesucht und die gleichen Medikamente verabreicht. Erst die Gender-Medizin, die geschlechter-spezifische Medizin, führte zu einem Umdenken. Die wichtigste Erkenntnis: Frauengesundheit und Männergesundheit sind zwei getrennt zu betrachtende „Disziplinen“.

 

Mehr als ein kleiner Unterschied
Frauen und Männer, aber auch junge und alte Menschen, sind körperlich in vielerlei Hinsicht verschieden. Sie unterscheiden sich in der Knochen- und Gefäßdicke, im Stoffwechsel, bei der Größe der inneren Organe und der Herztätigkeit. Frauen z. B. verfügen über mehr Körperwasser und –fett, Männer haben einen höheren Muskelanteil. Dies sind nur einige Beispiele und die Liste ließe sich auch im psychischen Bereich fortsetzen. Frauen gehen häufig anders mit Stress um, leiden öfter unter sozialen Problemen. Dies alles wirkt sich natürlich auf die Gesundheit aus.

 

Frauen und Männer ticken häufig verschieden
Nicht nur der Herzinfarkt hat bei Frauen und bei Männern ein eigenes Gesicht. Depressionen beispielsweise führen bei Männern seltener zu Antriebs- losigkeit und Traurigkeit, dafür eher zu Aggression und vermehrtem Schwitzen. Und bei der Knochenkrankheit Osteoporose, die lange Zeit fast ausschließlich den Frauen zugeschrieben wurde, weiß man heute: Auch Männer erkranken – und sprechen bei der Behandlung nicht unbedingt auf die gleichen Wirkstoffe an.

In der Summe gilt für Osteoporose wie auch für Rheuma und Diabetes: Frauen sind weitaus häufiger betroffen.

 

Lange unterschätzt: der Eva-Infarkt
Dass zwischen Männer- und Frauengesundheit Welten liegen können, verdeutlicht vor allem der Herzinfarkt. Während Männer oft das bekannte Stechen verspüren, leiden viele Frauen an Hals- und Rückenschmerzen sowie Übelkeit. Aufgrund dieser völlig anderen Symptome wurde der Infarkt bei Frauen oft zu spät oder gar nicht erkannt. Bei der Behandlung von Infarktpatienten zeigte sich sogar, dass für Männer gut verträgliche Wirkstoffe bei Frauen tödliche Folgen haben können.

 

Apropos Medikamente
Dass Dosierungsempfehlungen für Männer nicht generell auf Frauen übertragbar sind, liegt u.a. an der unterschiedlichen Körperzusammensetzung und Enzymbildung im Körper. Auch geht die weibliche Leber anders mit Medikamenten um, weshalb Nebenwirkungen bei Frauen häufiger sein können. Ein weiterer kritischer Faktor können Wechselwirkungen mit Verhütungsmitteln oder Hormonersatztherapien sein.

 

Den weiblichen Körper besser verstehen
Mit Beginn der Gendermedizin hat ein Wandel eingesetzt. Der Mann gilt nicht mehr allein als das Maß der Dinge. So muss unter den Probanden, die Medikamente vor der Zulassung testen, mittlerweile ein Frauenanteil von mindestens 40 % sein. Immer häufiger werden heute Medikamente entwickelt, die speziell auf die Bedürfnisse von Männern oder von Frauen zugeschnitten sind. In der frauenärztlichen Praxis gehört die genderspezifische Medizin schon seit Jahren zum Standard.

Als Experten für Frauengesundheit sind moderne Gynäkologen umfassend mit den Besonderheiten des weiblichen Körpers vertraut. Sie wissen um die komplizierten Zusammenhänge, kennen die besonderen Symptome und haben Erfahrung mit geeigneten Behandlungsmethoden. Das gibt Frauen die Gewissheit, in ihren individuellen Gesundheitsfragen verstanden und gut betreut zu werden.

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