Schwangerschaft: Höchstleistung für die Schilddrüse

Viele Schwangere erleben es gerade in den ersten Wochen: Ihr Körper befindet sich im hormonellen Ausnahmezustand. Auch die Schilddrüse ist davon betroffen. Das schmetterlingsförmige Organ im Hals erhöht seine Hormonproduktion um bis zu 50 %, um den Fötus ausreichend mit Botenstoffen zu versorgen. Das gilt vor allem für das erste Drittel der Schwangerschaft. Erst danach beginnt die kindliche Schilddrüse Jod aufzunehmen und zu arbeiten.

 

Wichtig für Babys Entwicklung
Die Schilddrüsenhormone der Mutter kurbeln nicht nur ihren eigenen Stoffwechsel an. Sie gelangen auch über die Plazenta direkt zum Embryo und fördern dessen geistige und körperliche Entwicklung. Dies setzt jedoch voraus, dass ausreichend Hormone hergestellt werden. Experten gehen allerdings davon aus, das etwa 7 % aller Frauen im gebärfähigen Alter an einer – oft unbemerkten – Unterfunktion der Schilddrüse leiden. In solchen Fällen ist die Versorgung des Ungeborenen nicht mehr sicher gewährleistet und es kann zu Mangelzuständen kommen. Liegt der Schilddrüsenunterfunktion eine Autoimmunentzündung – die sogenannte Hashimoto-Thyreoiditis – zugrunde, besteht außerdem ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko.

 

Eine gesunde Schilddrüse setzt eine ausreichende Versorgung mit Jod voraus. Üblicherweise empfehlen Frauenärzte daher die Einnahme von Jodtabletten während der Schwangerschaft und Stillzeit. In dieser Zeit benötigt der Körper eine tägliche Dosis von 230 bis 260 Mikrogramm, und diese Menge wird oft nicht über die Nahrung aufgenommen.

 

Diffuse Anzeichen
Abgeschlagenheit, Frösteln, Konzentrationsstörungen – junge und / oder schwangere Frauen bringen solche Beschwerden oft nicht mit der Schilddrüse in Zusammenhang. Dennoch können darin erste Anzeichen liegen. Eine Hormonuntersuchung ergibt hier ein klares Bild. Dabei lassen sich sowohl die Schilddrüsenhormone selbst als auch Hormone aus der Hirnanhangsdrüse überprüfen. Letztere beeinflussen die Schilddrüse und können auf mögliche Funktionsstörungen hinweisen.

 

Schilddrüsenstörungen gezielt behandeln
Auch in der Schwangerschaft ist eine Unterfunktion relativ einfach zu behandeln: Die schwangere Frau nimmt die fehlenden Hormone in Tablettenform ein. Dabei wird ärztlich kontrolliert, ob die verschriebene Dosis auch tatsächlich ausreicht, um den Bedarf zu decken.

 

Wenn eine Hashimoto-Thyreoiditis vorliegt, bleibt diese Erkrankung auch nach der Schwangerschaft weiter bestehen. Das macht häufig eine lebenslange Behandlung erforderlich. Begleitend bietet sich die zusätzliche Einnahme von Selen an. Das Spurenelement lindert die Entzündungsaktivitäten und balanciert das Immunsystem aus. So fühlen sich die Betroffenen fitter und insgesamt wohler.

 

Bluttest am besten schon bei Kinderwunsch
Moderne Gynäkologen begleiten Frauen ganzheitlich, auch wenn noch keine Schwangerschaft besteht. Im Idealfall gehört die Untersuchung der Schilddrüsenhormone zur umfassenden Vorbereitung auf eine gesunde, unbeschwerte Schwangerschaft. Der entsprechende Bluttest zählt zwar nicht zu den gesetzlichen Leistungen, empfiehlt sich aber bei vielen Frauen. Sprechen Sie mit Ihrer betreuenden Frauenärztin oder Ihrem betreuenden Frauenarzt darüber – vor oder während Ihrer Schwangerschaft. Ihre Gesundheit und das Wohl Ihres Ungeborenen können von einer individuellen Gesundheitsvorsorge nur profitieren.

 

Gut für die Schilddrüse
Vitalstoffreiche Ernährung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Regulationsfähigkeit des Körpers. Konkret heißt das: Mit hochwertigen Lebensmitteln und einer abwechslungsreichen Kost mit viel Obst, Gemüse und Salat unterstützen Sie Ihre Schilddrüse aktiv. Omega-3-Fettsäuren haben eine entzündungshemmende Wirkung und sind deshalb besonders wichtig bei Hashimoto-Thyreoiditis. Vitamin D 3 sowie Selen wirken ebenfalls entzündlichen Prozessen entgegen.

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