Wenn die stille Sucht das Leben bestimmt

Während bei Männern der Alkoholismus überwiegt, leiden Frauen doppelt so häufig an Essstörungen und Medikamentenabhängigkeit. Beides gilt als stille Sucht, weil die Abhängigkeit oft über Jahrzehnte hinweg verborgen bleibt. Frauen gehen mit ihrem Suchtverhalten unauffälliger um, fallen in der Gesellschaft weniger auf. Zumindest so lange, wie es ihnen gelingt, den familiären Aufgaben, den alltäglichen Verpflichtungen und gegebenenfalls dem Beruf weitgehend nachzukommen.

Schuld und Versagensängste sind ein weibliches Problem
Familiäre Probleme, Konflikte in der Partnerschaft, Überforderung, das Gefühl von Isolation oder Leere ebnen häufig den Weg in die Sucht. Frauen überfordern sich mit dem viel zu hohen Anspruch, jede Belastung abfangen zu können.Sie leiden unter einem geringen Selbstwertgefühl, können sich schlecht durchsetzen. Da liegt es nahe, dass Suchtpatientinnen die Schuld bei sich suchen. Abhängige Männer hingegen machen eher andere oder widrige Lebensumstände verantwortlich.Auch die traditionelle Rolle der Frau wirkt sich auf die Suchtproblematik aus. Frauen sind auch heute noch in erster Linie für das Wohlergehen ihrer Familie verantwortlich.

Die Gesellschaft stigmatisiert eine Mutter mit erkennbaren Alkohol- oder Drogenproblemen stärker als einen Mann. Schnell ist das Urteil gefällt: Du wirst der Erziehung und Pflege deines Kindes nicht gerecht! Dieses Denken macht auch den Weg aus der Sucht so schwer. Viele Frauen, deren Probleme sich in Medikamentenmissbrauch oder z. B. Ess-Brech-Sucht äußern, trauen sich nicht, fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sie leiden still, weil sie Angst vor einer Verurteilung, vor Anschuldigungen haben.

Hinzu kommt: Eine große Zahl Frauen hat in der Vergangenheit regelrecht gelernt, Probleme mit Medikamenten zu „lösen“. So werden ihnen beim Arzt z. B. viel eher Schlaf- und Beruhigungsmittel verordnet als Männern.

Frauen werden schneller abhängig
Schon der kleinere Körper der Frau führt dazu, dass Frauen weniger Giftstoffe vertragen als Männer. Doch auch die Hormonsituation, die Körperzusammensetzung und der Stoffwechsel sind je nach Geschlecht verschieden. Eine Folge: Bei Frauen können deutlich geringere Mengen Alkohol ausreichen, um Leber oder Gehirn zu schädigen. Raucherinnen neigen verstärkt zu Lungenkrebs, schon 3 bis 5 Zigaretten am Tag sind nachweislich riskant. Dass die Zahl der rauchenden Mädchen und jungen Frauen weiter steigt, muss in diesem Zusammenhang als besonders besorgniserregend angesehen werden. Experten fordern also aus gutem Grund mehr geschlechtsspezifische Prävention, Beratung und Suchtbehandlung.

Weitere Infos zum Thema: Klicken Sie zum Beispiel die Internetseiten der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen an: www.dhs.de

Ob Mann oder Frau – praktisch jeder Mensch ist der Gefahr einer Suchterkrankung ausgesetzt. Aus ganz persönlichen Gründen und Problemen. Doch bei der Art der Suchterkrankung zeigen sich deutliche Unterschiede.

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