Multiple Sklerose - Geschlechtsspezifische Medizin liefert neue Erkenntnisse

Warum das so ist, konnte noch nicht eindeutig geklärt werden. Einige interessante Fakten, die gerade die weiblichen Patienten betreffen, haben sich jedoch bei den Forschungs- und Untersuchungsarbeiten herauskristallisiert.

Geschlechtshormone können beteiligt sein
Bei einer Studie stellte sich heraus, dass Frauen mit niedrigem Testosteronwert vergleichsweise größere Schädigungen des Gehirngewebes aufweisen. Eine andere Untersuchung brachte ans Licht, dass Frauen mit MS während ihres gesamten Zyklus über geringere Mengen dieses männlichen Hormons verfügen als gesunde Frauen. Interessanterweise konnte ein solcher Zusammenhang bei Männern nicht aufgezeigt werden – ihr Testosteronwert scheint nicht relevant zu sein. An der Wiener Universitätsfrauenklinik sieht man sogar Parallelen zwischen der Anfälligkeit für degenerative Prozesse im Nervensystem und den starken Hormonausschüttungen zum Eisprung und zur Menstruation. In beiden Fällen ist das Immunsystem stark involviert.

Zur Krankheit
Die Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems, die meist im frühen Erwachsenenalter beginnt. Durch diese Entzündung ist die Kommunikation zwischen Gehirn, Rückenmark und Nervenfasern gestört, Signale können nicht mehr richtig oder nur eingeschränkt übermittelt werden. So kann es z. B. zu Kribbelmissempfindungen, vermehrtem Stolpern oder Sehstörungen kommen. MS ist nicht ansteckend oder übertragbar.

Die Pille löst keine Multiple Sklerose aus 
Lange Zeit wurde ein gewisser Zusammenhang zwischen der Einnahme der Anti-Baby-Pille und der Entstehung von MS vermutet. Ein Grund dafür mag sein, dass viele MS-Patientinnen jüngere Frauen im gebärfähigen Alter sind, die eben häufig mit der Pille verhüten bzw. verhütet haben. Heute sprechen klare Fakten gegen diese Theorie. Fest steht: die Pille löst keine MS aus, erhöht nicht das persönliche Risiko und wirkt sich auch nicht auf den Verlauf der Krankheit aus.

Einer Schwangerschaft steht nichts im Wege
Bei Frauen mit MS ist aus medizinischer Sicht nichts gegen eine Schwanger- schaft einzuwenden. Negative Effekte auf den Krankheitsverlauf sind nicht zu befürchten. Oft ist eher das Gegenteil der Fall: Bei einer kanadischen Langzeitstudie über 25 Jahre konnten eher günstige Entwicklungen verzeichnet werden. Den zukünftigen Eltern wird jedoch angeraten, im Vorfeld darüber nachzudenken, wie die Betreuung des Kindes im Falle einer (vorübergehenden) gesundheitlichen Verschlechterung sicher gestellt werden kann. In diesem Zusammenhang noch eine positive Nachricht: In 95 % der MS-Fälle heilen die Entzündungsherde ganz oder weitgehend ab, so dass sich die auftretenden Krankheitszeichen vollständig zurückbilden oder nur noch zu geringfügigen Beeinträchtigungen führen.

Mehr als 120.000 Menschen in Deutschland leiden an Multipler Sklerose. Bei den Neuerkrankungen der letzten Jahre zeichnet sich klar ab, dass etwa dreimal mehr Frauen betroffen sind als Männer.

Interessiert an einer individuellen und persönlichen Betreuung? Dann melden Sie sich bitte an:

Rezeption
Tel.: 02291 - 6046

Praxis Dr. med. E. Leißling Dr. med. H. Feuerstein • Kaiserstr. 45 • 51545 Waldbröl | © 2019

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen