Müssen Sie Thrombose-Vorsorge treffen?

Ein geschwollenes Bein, Schmerzen in der Wade und ein deutliches Hervortreten der oberflächlichen Beinvenen – dies sind die typischen Anzeichen einer tiefen Beinvenenthrombose. Von 1000 Frauen haben jährlich etwa 1 bis 3 Patientinnen damit zu kämpfen.

Wann es für Frauen Sinn macht, das genetische Risiko zu testen 
Übergewicht, Rauchen, Bluthochdruck, Krampfadern, entwässernde Medika- mente, langes Sitzen ohne ausreichende Bewegung, längere Bettlägerigkeit – dies alles sind Risiken, die sowohl bei Männern als auch bei Frauen zu Thrombosen führen können. Bei Frauen jedoch können spezifische Risiko- faktoren hinzukommen. So gilt es mittlerweile als erwiesen, dass die Einnahme der Anti-Baby-Pille und Hormonersatztherapien unter ganz bestimmten Voraussetzungen das persönliche Thrombose-Risiko steigern können. Wie gesagt: nicht grundsätzlich, sondern unter gewissen Voraussetzungen. Neben den oben genannten allgemeinen Risikofaktoren ist dabei vor allem die genetische Veranlagung von großer Bedeutung. Konkret geht es darum, ob man aufgrund erblicher Vorbelastung zu einer Blutgerinnungsstörung neigt.

Ein Test gibt Sicherheit
Ob Sie die besagte Blutgerinnungsstörung in die Wiege gelegt bekommen haben, kann in Ihrer frauenärztlichen Praxis mit Hilfe einer Blutuntersuchung festgestellt werden. Die gesetzlichen Krankenkassen kommen zwar für diese wichtige Vorsorgemaßnahme nicht auf, aber in bestimmten Fällen stellt der Labortest eine sinnvolle Investition in die eigene Gesundheit dar.

So wird die Gerinnungsanalyse vor allem empfohlen,

- bevor sich junge Mädchen oder Frauen die Pille zum ersten Mal verschreiben lassen, vor allem wenn es bereits Thrombose-Erkrankungen in der Familie gegeben hat.
- wenn bei Einnahme der Pille allgemeine Risiken wie Übergewicht oder Rauchen gegeben sind und/oder Sie älter als 30 Jahre sind.
- wenn ein allgemeines Thrombose-Risiko und/oder Vorerkrankungen bestehen und eine Hormonersatztherapie abzuwägen ist.

Wird hier eine Thrombose-Neigung festgestellt, lässt sich individuell abklären, ob sich eine hormonfreie Alternative anbietet.

Schwangerschaft: ein frauenspezifisches Risiko
In der Schwangerschaft steigt das Risiko einer tiefen Bein- oder Beckenvenenthrombose um das Sechsfache, im Wochenbett sogar noch weiter. Dies liegt natürlich in den massiven Hormonumstellungen begründet, die das Gewebe elastischer und dehnbarer machen sollen. Zudem werden die Venen stärker belastet, weil das Blutvolumen ansteigt, das Gewicht zunimmt und die wachsende Gebärmutter auf die Bauchvenen drückt. Ein klares Risiko stellt darüber hinaus der Kaiserschnitt als operativer Eingriff dar. Aufgrund der erhöhten Risikosituation wird Schwangeren grundsätzlich empfohlen, sehr aufmerksam zu sein für eventuelle Veränderungen der Blutgefäße und allgemeine Risikofaktoren so weit wie möglich auszuschalten. Dies gilt insbesondere, wenn sich in der Vergangenheit bereits Thrombosen gebildet haben. Am besten schneiden Schwangere das Thrombosethema generell bei ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt an und besprechen gemeinsam, welche Vorsorge sich genau empfiehlt.

Das gefährliche Blutgerinnsel
Thrombosen können sich aus der Vene lösen und mit dem Blutstrom in den Lungenkreislauf geschwemmt werden. Verstopfen sie dort ein Blutgefäß (Mediziner sprechen dann von einer Lungenembolie) leidet die Sauerstoffversorgung des Organismus und das Blut staut sich bis in die rechte Herzkammer zurück. Das führt zu einer Überdehnung – und im schlimmsten Fall zu Herzversagen. Diese Gefahr ist unbedingt ernst zu nehmen: venöse Thrombosen sind nach Herzinfarkt und Schlaganfall die dritthäufigste lebensbedrohende Erkrankung des Herz-Kreislaufsystems.

Bei Männern tauchen Thrombosen weitaus seltener auf. Kein Wunder: Die weiblichen Hormone spielen eine große Rolle beim Gefäßverschluss durch Blutgerinnsel.

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Rezeption
Tel.: 02291 - 6046

Praxis Dr. med. E. Leißling Dr. med. H. Feuerstein • Kaiserstr. 45 • 51545 Waldbröl | © 2019

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