Frauenherzen in Gefahr

Ein Herzinfarkt kann jede(n) treffen
Lange Zeit galt der Herzinfarkt als typische Männerkrankheit. Mit diesem Vorurteil räumen aktuelle Statistiken auf: Auch bei Frauen ist der Herzinfarkt die Todesursache Nummer eins. Schon in etwa jedem zweiten Fall ist der Patient weiblich. Und nicht selten erkennen Betroffene wie Mediziner den Ernst der Lage nicht oder werden viel zu spät aktiv. Frauen können ebenso wie Männer auf Stress, Dauerbelastung und andere Risikofaktoren reagieren und schon in jungen Jahren einen Herzinfarkt erleiden. Überdurchschnittlich hoch ist das weibliche Herzinfarktrisiko aber erst ab den Wechseljahren. Vorher nämlich wirken die körpereigenen Östrogene wie ein Schutzschild: sie senken das „schlechte“ LDL-Cholesterin im Blut und heben das „gute“ HDL-Cholesterin. Diese Wirkung geht verloren, wenn die Eierstöcke nach Eintritt der Menopause die Östrogenproduktion langsam einstellen. Das Erkrankungsrisiko steigt auf das Dreifache!

Frauen leiden anders
Lang anhaltende Schmerzen in Brust, Armen, Rücken oder Oberbauch, eventuell begleitet von kalten Schweißausbrüchen – diese Symptome gelten als charakteristisch für einen akuten Herzinfarkt. Die meisten Männer verspüren zudem ein starkes Engegefühl und einen heftigen Druck auf den Brustkorb. Bei einem Drittel aller Frauen hat der Herzinfarkt ein anderes Gesicht: Schwindelgefühle, Atemnot, Übelkeit und Erbrechen. Solche Beschwerden veranlassen leider viel zu wenige Frauen sofort den Arzt zu rufen. Tun sie es doch, erkennen selbst erfahrene Mediziner nicht immer den akuten Notfall. Laut Statistik kommen Frauen rund 40 Minuten später ins Krankenhaus als Männer. Ein Zeitverlust, der unnötige Leben kosten kann.

Viele Medikamente sind „männlich“
Nicht nur bei der Diagnose, auch bei der Behandlung müssen Ärzte umdenken, wenn es um einen weiblichen Patienten geht. Viele Medikamente sind auf den männlichen Körper abgestimmt und berücksichtigen die spezielle „Chemie“ der Frau nicht. So können Mittel, die die Blutgerinnung mindern, sehr starke Menstruationsblutungen auslösen. Betablocker werden von Frauen schlechter vertragen als von Männern – und die Gabe von Calciumantagonisten birgt ein erhöhtes Risiko von Wassereinlagerungen in den Beinen. Nitrate rufen bei einigen Frauen Migräne hervor. Greift Frau jetzt zum Migränemittel, können Krämpfe in den Herzkranzgefäßen und starke Schmerzen (Angina pectoris) die Folge sein.

80 % aller Herzinfarkte wären vermeidbar
... so die Vermutung von Spezialisten. Eine entscheidende Voraussetzung ist hier, eventuelle Risikofaktoren so weit wie möglich abzubauen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Ernährung. Viel frisches Obst, Gemüse und Seefisch – das können Sie sich von Herzen schmecken lassen. Tierische Fette – außer im Fisch – sollten Sie hingegen meiden. Achten Sie zu Gunsten Ihres Blutdrucks außerdem auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin E, das in hochwertigen pflanzlichen Ölen enthalten ist.

Typisch weibliche Risiken

- Hormonmangel

- Blutfette: Durch schädliches Fett (LDL-Cholesterin) entstehen Ablagerungen in den Gefäßen, die auf Dauer die Adern verstopfen.

- Nikotin: Immer mehr junge Frauen greifen zur Zigarette. Nikotin verengt die Blutgefäße und senkt den Östrogenspiegel. Der natürliche Schutz vor ungesunden Blutfetten ist damit außer Kraft gesetzt. Wenn jetzt noch die Hormone der Antibabypille ins Spiel kommen, steigt das Infarktrisiko auf das Vierfache!

- Diabetes: Zuckerkranke haben ein fünf- bis sechsmal höheres Herzinfarktrisiko – erste schmerzhafte Warnsignale werden aufgrund der nachlassenden Nervenempfindlichkeit häufig nicht wahrgenommen. Bei Diabetes-Patientinnen sinkt außerdem der Östrogenspiegel. 

- Übergewicht: Ob am Bauch oder an den Hüften – jedes Pfund zuviel macht dem Herz zu schaffen!

- Bewegungsmangel: Sport trainiert das Herz, senkt den Blutdruck, verbessert die Blutgerinnung und reguliert die Blutfettwerte. Bei dauerhaftem Bewegungsmangel leidet das gesamte Herz-Kreislauf-System.

- Hoher Blutdruck ... stellt eine große Belastung für die Gefäßwände dar.

- Stress: Ärger, Ängste und Probleme erhöhen die Hormone, die den Blutdruck ansteigen lassen und die Elastizität der Gefäßwände mindern.

Während immer weniger Männer am Herzinfarkt sterben, nimmt bei Frauen die Zahl der Todesfälle zu.

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