Diabetes: Vorbeugung beginnt in der Schwangerschaft

Heißhunger wird Kindern in die Wiege gelegt
Aus dicken Kindern werden dicke Erwachsene – und Eltern dicker Kinder. Dies bestätigt sich leider immer wieder. Experten haben dafür eine plausible Erklärung: Kinder eignen sich den ständigen Heißhunger schon im Mutterleib an. Wenn Schwangere oft und gerne zu Süßigkeiten, opulenten Mahlzeiten, Fast Food und anderen „Dickmachern“ greifen, steigt nicht nur ihr eigener Blutzuckerspiegel an. Auch der Stoffwechsel des Ungeborenen registriert ein Überangebot an Zucker und schüttet große Mengen Insulin aus, um den Zucker abzubauen. Nach und nach lernt die Bauchspeicheldrüse, ständig zu viel Insulin zu produzieren. Das Gefühl für Hunger oder Sattsein kann sich nicht entwickeln. Schon im Mutterleib wird das Kind sehr kräftig – und im späteren Leben mit hoher Wahrscheinlichkeit dick oder sogar fettleibig. Von Generation zu Generation wird das Gesundheitsproblem nun weitergegeben.

Schwangerschaftsdiabetes ist ein Warnsignal
Voraussetzung für einen gesunden Stoffwechsel beim Ungeborenen ist ein gesunder Stoffwechsel der werdenden Mutter. Im Laufe der Schwangerschaft entwickeln aber schätzungsweise bis zu 15% der Frauen einen so genannten Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes). Frühzeitig erkannt lässt sich diesem Problem mit einer Ernährungsumstellung, ausreichend Bewegung und gegebenenfalls mit Medikamenten begegnen. Davon profitiert auch das Kind. Das Problem: Der Test auf Gestationsdiabetes gehört, trotz eher geringer Kosten, nicht zum gesetzlichen Vorsorgeprogramm. Experten kritisieren dies schon lange und sprechen sich für die grundsätzliche Durchführung eines Tests nach der 24. Schwangerschaftswoche aus. Zur Zeit fällt diese Leistung aber noch in den Bereich der aktiven Gesundheitsvorsorge, für den die Patientin selbst verantwortlich zeichnet.

Eine Investition in die Zukunft
Der Test auf Schwangerschaftsdiabetes kommt sowohl dem Kind als auch der Mutter zu Gute. Studien belegen, dass Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes ein erhöhtes Risiko tragen, später einmal zuckerkrank zu werden. Die Erkrankung ist jedoch kein Schicksal und kann oftmals abgewendet werden. Das gilt auch für das Kind, auf dessen Gesundheit und Ernährung besonderes Augenmaß gelegt werden kann. Eltern ersparen ihrem Nachwuchs damit nicht nur Übergewicht, sondern auch psychische Probleme und mögliche Diabetes-Folgeerkrankungen, z.B. Bluthochdruck, Kreislaufprobleme oder Herzerkrankungen.

Gesundheit geht durch den Magen
Zur Vorbeugung eines Schwangerschaftsdiabetes und zur gesunden Entwicklung ihres Kindes können werdende Mütter aktiv beitragen – mit ihrer Ernährung. Zuckerhaltige Getränke und Weißmehlprodukte, größere Mengen Obst und Fruchtsaft gehören auch in der Schwangerschaft nicht auf den Speiseplan. Bevorzugen Sie Vollkornprodukte und ballaststoffreiche Speisen und achten Sie darauf, ausreichend Eiweiß zu sich zu nehmen (z. B. in Milchprodukten und Fisch). Nach Absprache mit dem Arzt kann es darüber hinaus sinnvoll sein, mit Nahrungsergänzungsmitteln die Versorgung mit Magnesium, Zink, Chrom, Kalium, L-Carnitin und Vitamin B6 sicher zu stellen. Wer darüber hinaus mit Spaziergängen, Gymnastik oder Schwimmen für ausreichend Bewegung sorgt, leistet einen wertvollen Beitrag zu einem gesunden Stoffwechsel von Mutter und Kind. Positiver Nebeneffekt: Auch anderen Komplikationen in der Schwangerschaft, wie zu viel Fruchtwasser oder Verstopfung, wird effektiv vorgebeugt!

Früher hatte der Diabetes Typ 2 den Beinamen Altersdiabetes, weil er in der Regel erst nach dem 30. Lebensjahr auftritt. Mittlerweile erkranken immer häufiger Kinder, in Deutschland etwa 200 pro Jahr. Den traurigen Rekord als weltweit jüngster Typ 2 Diabetiker hält ein 5-jähriger Junge aus Leipzig. Mit 40 Kilo wog er bei Beginn seiner Erkrankung etwa doppelt soviel wie seine Altersgenossen.

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