Angeboren, aber nicht vererbt

Manche Erkrankungen und Gesundheitsrisiken bei Kindern sind genetisch bedingt und werden innerhalb der Familie vererbt. Andere Erkrankungen, davon geht die moderne Forschung aus, werden durch die Ernährung und den Lebensstil der Mutter praktisch vorbestimmt. Eine große Rolle bei dieser so genannten "fetalen Programmierung" spielt das Rauchen in der Schwanger- schaft. Das ungeborene Kind nimmt die giftigen Substanzen des Rauchs in hoher Konzentration auf, was der Sauerstoffversorgung, dem Wachstum und der Entwicklung schadet. Deshalb gehen „Raucherbabys" mit einem bis zu 300 % erhöhtem Risiko für Atemwegserkrankungen und einer gestiegenen Anfälligkeit für Arterienverkalkung und Tumorbildung durchs Leben. Wenn sie, was häufiger vorkommt, mit Untergewicht geboren werden, tragen sie zudem ein hohes Risiko, später einmal eine koronare Herzerkrankung zu entwickeln.

Bei der Ernährung isst das Ungeborene mit
Als gesichert gilt heute, dass die Ernährung der Mutter zu Langzeiteffekten beim Kind führt. So können sich Übergewicht und Fehlernährung zum Beispiel auf das Nervensystem des Kindes, seine Immunfunktion, seine Knochen- gesundheit und seine Veranlagung zu Fettsucht auswirken. Wer sich dies vor Augen führt, dem wird es bestimmt eher gelingen, bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft gezielt auf eine gesunde, ausgewogene Kost und eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und anderen Nährstoffen zu achten.

Die süße Gefahr
Bei etwa 13 % aller werdenden Mütter, so die neuesten Zahlen, kommt es in der Schwangerschaft zu einer plötzlichen Zuckererkrankung.  Dieser sogenannte Gestationsdiabetes vermag den Stoffwechsel des kindlichen Organismus im Mutterleib nachhaltig zu prägen. Für die Kinder steigt außerdem das Risiko, bereits als Jugendliche zuckerkrank und/oder übergewichtig zu werden deutlich an. Führende Gynäkologen empfehlen deshalb eine konsequente Überwachung während der Schwangerschaft - und zwar über die gesetzlich vorgeschriebene Urinuntersuchung auf Zucker hinaus.

Neurodermitis frühzeitig begegnen
Bei Allergieerkrankungen der Mutter können gezielte Maßnahmen helfen, das Neurodermitisrisiko des Kindes wieder zu senken. Vorbeugend wirken z. B.

- das Stillen über einen Zeitraum von mindestens 4 Monaten
- die Vermeidung von Nikotin (Aktiv- und Passivrauchen)

- die Einnahme von Laktobazillen vom letzten Schwangerschaftsdrittel bis 6 Monate nach der Geburt.

Neue Untersuchungen zeigen auch, dass Hunde im Haushalt (anders als Katzen!) das Erkrankungsrisiko deutlich senken.

So sind Sie gut beraten
Wenn Sie früher einmal an Diabetes mellitus gelitten haben oder familiär vorbelastet sind, sollten Sie - am besten noch vor einer Schwangerschaft - mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt darüber sprechen. Während der Schwangerschaft wird man Sie in der frauenärztlichen Praxis gerne beraten, welche zusätzlichen Kontrollen zu welchem Zeitpunkt ratsam sind. Das gilt übrigens nicht nur für Gestationsdiabetes, sondern auch für alle anderen Untersuchungen und Methoden der modernen Schwangerschaftsvorsorge.

Kinder entwickeln zunehmend Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass ungünstige Bedingungen in der Schwangerschaft dafür mitverantwortlich sind und das Erkrankungsrisiko des Kindes erhöhen.

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Rezeption
Tel.: 02291 - 6046

Praxis Dr. med. E. Leißling Dr. med. H. Feuerstein • Kaiserstr. 45 • 51545 Waldbröl | © 2017

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